Mai/Juni 2011
Bechervase und Stengelglas
Lampentechnik von Walter Bahr, Wertheim.
Passend zur aktuellen Ausstellung mit Skulpturen aus Lampenglas präsentiert das Glasmuseum zwei Arbeiten in dieser Technik aus eigenem Bestand. Die kleine, nur 10,6 cm hohe Bechervase (Inv. Nr. R. 170) und das 24 cm hohe elegante Kelchglas (Inv.Nr. R. 171) sind „vor der Lampe“ aus Rubinglas geformt, die aufgeschmolzenen Farbauflagen ergeben eine nächtliche Phantasielandschaft.
Der 1949 in Wertheim geborene Künstler ist für die intensive Farbigkeit seiner Kreationen bekannt. Selbst seine Hohlglaskreationen haben einen ausgeprägten bildhauerischen Anspruch. Walter Bahr absolvierte in Wertheim eine Ausbildung als Glasapparatebläser.
Seinen Beruf übte er zwei Jahre lang am Stuttgarter Max-Planck-Institut, schlug aber dann den Weg der künstlerischen Glasgestaltung ein. 1978 eröffnete er eine eigene Werkstatt. Seine ersten künstlerischen Arbeiten verraten den Einfluss von Kurt Wallstab und Pavel Molnar (letzterer ist ebenfalls in der Sammlung des Glasmuseums vertreten), doch bald entwickelt er eine eigene künstlerische Handschrift.
Bahr benutzte zunächst so genanntes "Weichglas" (Schott-Rohrglass). Seit 1982 kombiniert er Ofen- mit Lampentechnik, 1986 kommt die Technik der Glasverschmelzung (Fusing) hinzu. Seit 1994 besteht eine enge künstlerische Zusammenarbeit mit J. Ittig. Walter Bahr ist in mehreren öffentlichen Sammlungen vertreten (Landesmuseum Stuttgart, Karlsruhe, Glasmuseum Frauenau, Glasmuseum Wertheim, Glasmuseum Corning/USA).


